Wie finde ich Hilfe?

Wenn Angst Dein Leben beeinträchtigt und sich Dein Denken fast zwanghaft nur noch um Dein körperliches Empfinden dreht, Du Situationen aus Angst vor einem möglichen Panikanfall, vermeidest, solltest Du Dir überlegen Hilfe zu suchen. Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Hausärzte werden Dir vermutlich eine Überweisung zu einem Facharzt ausstellen und dieser wird Dir helfen eine geeignete Therapie zu finden. Es bedeutet nicht, dass Du schwach bist, wenn Du Dir Hilfe brauchst. Eine Angststörung ist nicht ein Indiz dafür, dass Du ein schwacher Mensch bist. Das bist Du nicht. Eine Angststörung ist eine legitime psychiatrische Notsituation, die in fachliche Hände gehört.

 

Als ich noch unter der Angststörung litt, war das Internet noch eher eine Grauzone - erst in den letzten Jahren meiner Störung wurde es umfassender. Die ersten Angst-Foren entstanden, erste Internet-Auftritte von Homöopathen, psychologische Berater, Mentoren, Coaches, Geisterheiler, Motivator (die Liste geht endlos weiter), entstanden. Gibst Du heute die Begriffe Angst, Panik, Agoraphobie in einer Suchmaschine oder im Social Web ein, erwartet Dich ein umfassendes Angebot von Autoren, Coaches, Homöopathen, Beratern u.a., die viel versprechen. "Angstfrei in 30 Tagen" oder "Nie mehr Angst" werden versprochen. Was diese Offerten in der Regel alle gemeinsam haben: Sie kosten Geld. Natürlich arbeitet niemand umsonst und eine Dienstleistung sollte entlohnt werden. Aber...! In Deutschland wird so viel kontrolliert. Es gibt Regeln, Regulierungen, Vorschriften, Gesetze. Menschen, die durch (sogar willkürlich gesetzte) Köder andere Menschen abmahnen. In diesem Dschungel kennen sich sogar oftmals nicht einmal renommierte Juristen aus. In der virtuellen Welt tummeln sich dazu Menschen, die sich als Life-Coach, Therapeut, Berater titulieren. Fast scheint es so, als würden es täglich mehr. Ich beobachte das schon eine längere Zeit, erfasse auch die Erfahrungen von Betroffenen, die diese "Wunderheiler" ausprobiert haben - zumeist aus Verzweiflung. Weniger als eine Handvoll berichten von positiven Fortschritten. Viel springen von einem Hoffnungsträger zum nächsten. "Alles klang so überzeugend, so einfach!", las und hörte ich nicht nur einmal.

 

Ein wenig schmunzeln muss ich schon, wenn ich lese was sich manche "Berater" oder "Therapeuten" einfallen lassen, um ihre Klienten zu ködern. Sehr selten lese ich klare Ansagen. oft klingt es banal und euphorisch mitreißend und wenig logisch. 365 E-mails für 1 EUR/Tag. Jeden Tag eine E-Mail, oder ein Abo über Angstbewältigung. (Das wird im Atemzug mit einem Kaffee erwähnt, der so viel kosten würde). Versprochen wird viel, verdient offenbar auch gerne. Darf ich überhaupt als Mensch einem anderen Menschen versprechen, dass ihm garantiert seine Angst wegtherapiere? 


Angststörungen sind sehr tiefgründige psychische Störungen. Sie kam nicht einfach nur so in das Leben eines Betroffenen geflattert. Sie hat ihre Ursachen, Gründe, unverdaute Emotionen, gar Traumata, die nicht verarbeitet worden sind. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass wenn die Ursachen der Angststörung herausgefunden sind, (die Betroffene in vielen Fällen auch schon erahnen) die Angst sofort zurück ins Exil rast. Es liegt ein viel zu komplex, erlerntes fehlgeleitetes Denk-Konstrukt vor, dass immerfort Angst erzeugt. Es ist anzuraten es mit Hilfe von fachkundiger Anleitung zu erkennen und verändern (stoppen) zu können. Oftmals gibt s auch weitere psychologische Diagnosen. Eine Angststörung erfordert eine qualitative tiefer gehende Behandlung. Ich werde nicht gesund, weil ich ein Buch einer oder eines Ex-Betroffenen lese, wie sie es geschafft haben ihre Angststörung zu überwinden. Niemand wird gesund, wenn er sich selbst zum positiven Denken zwingt oder auf die Einnahme von Psychopharmaka setzt. Es ist viel schwieriger, viel komplizierter, viel tiefsitzender. Jeder menschliche Weg ist besonders und mancher Weg erfordert mehr Zeit und Behandlung als ein anderer. Symptome verschwinden auch nicht, wenn wir uns ein paar Pillen einwerfen. Eine Therapie ist maßgeblich entscheidend und wichtig.

 

Auch die Selbstdisziplin (Ich muss mich nur der Angst stellen - Es ist ja nur Angst) sind oft Mühen, mit dem der Betroffene nicht wirklich Erfolg erzielt. Es endet häufig in ein stetiges auf und ab. Ich bin zwar auch überzeugt, dass nicht jeder promovierte Homo Sapiens sich mit manifestierten Angststörungen auskennt. Es liegt mir am Herzen Euch Betroffenen zu schreiben, dass Ihr sehr genau überlegen sollt, wenn Ihr einmal über ein "internettes" Angebot schlittert Euch aus der Angststörung zu helfen. 

 

Diplom-Psychologe Wolfgang Siegel www.wolfgang-siegel.de

 

 

Nähere Informationen auch hier: www.angstselbsthilfe.de

 

Mischmasch im Kopf - Therapie Teil 2

Wer Hilfe sucht - wird sie finden! Aber was bedeute es, die richtige Hilfe zu finden. Wie schaffe ich es aus dem immensen Therapie-Angebot das für mich passende Angebot zu wählen? Gibt es eine Garantie dafür, dass ich das überhaupt finde? Soll ich das nicht dann gleich lieber lassen? 

 

Experten-Suche, Anleitungen, Fachbücher, Social-Media? Schlaue Köpfe, ehemalige Betroffene, Coaches, Psychologen, Fachärzte, - Kapazitäten. Was tun?

 

Zunächst gestehe ich, dass auch ich auf dieses Konvolut an Fragen keine schlaue Antwort geben kann. Dafür sind wir alle viel zu unterschiedlich. Ich vermute auch, dass es nicht nur diesen einen Weg gibt. PENG! - die Angststörung ist verschwunden. Das ist sicherlich eine Wunschvorstellung. Aber da könnte ein  Lottogewinn wahrscheinlicher sein. 

 

Als ich noch an dieser gelitten hatte, gab noch kein Internet, kein Social-Media Angebot, allerdings eine Zeitschrift, (DASH aus München, Herausgeber der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), die sich intensiv bemühte Betroffenen eine Hand zu reichen und Hilfestellungen zu offerieren. Über diese DASH in  ihrer Zeitschrift DAZ  gab es die Möglichkeit Brieffreundschaften zu anderen Betroffenen aufzubauen. Von damals stammt tatsächlich auch noch ein Kontakt, der bis heute noch vorhanden ist. Aber "virtuelle-Selbsthilfe-Gruppen", der direkte Dialog mit anderen - das alles hatte es nicht gegeben. Auch keine You-Tube Videos, in denen Betroffene (Was müssen die für Mut haben?) in bewundernswerter Offenheit einen schonungslosen Einblick in ihr Privatleben geben. Vermutlich tut es vielen gut.. Erfahren, da ist noch jemand, dem es genauso dreckig geht wie mir. Persönlich sehe ich es aber nicht als bedingungslos hilfreich an. In vielen "Selbsthilfe-Gruppen" entsteht nicht selten eine Eigendynamik, in der sich Betroffene mit ihrem Wissen, Ratschlägen, eigenem Symptombeklagen gegenseitig wie in einer Art Wettkampf übertrumpfen. Sind wir doch alle einmal ehrlich! Hinter dem Monitor tippt es sich oftmals so herrlich einfach! Da sitzt keine kritischer Gegenüber! So ist es auffällig, dass manche Leidgeplagte von einer Gruppe zur nächsten hüpfen und oftmals auch immer ganz schnell anecken und weiter wie ein Nomade ziehen. Das ist ein ganz "heißes Eisen", dass sich jeder gut überlegen sollte, ob es für ihn hilfreich ist oder nicht. Gerade der "Symptomvergleich" (Hast Du das auch?) oder eben das Anraten zu jener Pille mit dem und dem Namen zu greifen kann auch nicht ungefährlich sein.. Plötzlich mutiert jeder zum Experten. Manche sehen das Thema "Angststörung" sehr technisch, andere tief-emotional oder auch als "Begleiter für die Ewigkeit". Alles ist dabei. Ob Dir das schadet oder nützt`? Das musst du für Dich selbst herausfinden. Eins vorweg - Du benötigst jedenfalls ein starkes Nervenkostüm. 

 

Ich möchte auch nicht jedes Hilfsangebot denunzieren und als unsinnig beschreiben. Es gibt einige sehr kluge Köpfe, die die Entstehung und den Umgang (geeignetes Therapieangebot) sehr gut erklären. Hier erwähne ich gerne Waltraud Gauglitz http://ohne-angst.com/ . Sie steht nur als Beispiel für einige andere auch. Auch die https://www.angstselbsthilfe.de/ bietet viele Informationen für Betroffene. Meine persönlichen Erkenntnisse entnehme ich aus meinem Therapie-Erleben mit Herrn Wolfgang Siegel - https://wolfgang-siegel.de/ .

 

Zuvor habe ich einige andere Anlaufstellen vergeblich durchlaufen - Professoren wie u.a. Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf, Ruhr-Universität Bochum. Ich habe sehr viele Impressionen über ein ganz unterschiedliches Therapieangebot sammeln können . Es war auch damals schon ein Therapie- Dschungel. Wer auf eine medikamentöse Behandlung setzt - dem würde ich das auch nicht absprechen wollen. (Persönlich sehe ich das aber nicht als kluge Wahl) Ich würde auch nicht sagen mit diesem und jenem Weg wirst Du gesund. Wichtig sind mir nur  eigene Erfahrungen vorzustellen.

 

  • Gegensätzliches Denken - Die meisten Betroffenen scheuen das Erleben einer Panikattacke und wollen ihr am liebsten nur ausweichen. Das ist verständlich. Das Erlebnis ist nicht schön. Aber wer es wagt, könnte versuchen sein Denken zu verändern. Anstatt zu denken: "Hoffentlich bekomme ich KEINE Panikattacke,"  versucht es einmal so: "Ich weiß nicht, ob ich eine Panikattacke bekomme. Ich schaue einfach ´mal und warte ab". Wer ganz mutig ist, stellt sich vor dem Spiegel und sagt sich laut und mit Energie: "Ich bekomme jetzt hier und auf der Stelle eine Panikattacke". In der Regel wird nichts passieren. Ich hatte z.B. eine große Angst davor ohmmächtig zu werden. Viele Jahre hatte ich geglaubt durch eine sensible, innere Überwachung jederzeit in mich hineinzuhorchen zu müssen, um ja keine Ohnmacht zu verpassen Was das für ein Stress war! - Kein Wunder, dass mir jeden Tag schaurig, schwindelig gewesen war und ich oftmals mit butterweichen Knien durch die Wohnung geschlichen war. Megaanstrengend war es dazu gewesen.  Irgendwann - auch mit der Hilfe der Therapie - hatte ich vor dem Spiegel gestanden, die Fäuste geballt und mir gesagt:: "Los, Du wirst nun auf der Stelle jetzt ohnmächtig!". Ich habe mit den Füßen gestapft, die Augen zugekniffen und …. `? Ihr könnt Euch denken, was geschah. Nämlich nichts! Das habe ich  noch einige Male gemacht. Irgendwann gelangte ich an diesen Punkt und begriff, dass mein Warten und "Horchen" nichts mit einer Ohnmacht zu tun hat. Ohnmächtig kann jeder von uns werden - jederzeit - theoretisch . Glaubt der Betroffene also wirklich, dass sein "Aufpassen" etwas beeinflussen könnte, wenn er bei jedem Symptom-Piep Groß-Alarm auslöst? Auf einer Ohnmacht kann sich niemand vorbereiten. 
  • Die Zukunft  - Angst vor der Angst. Was ist das genau? Eine Erwartung, wie etwas werden könnte? Du hockst also vor einer Glaskugel und schaust in die Zukunft. Dabei schießen verschiedene, mögliche Horror-Szenarien durch den Kopf. Du wirst zum phantasievollsten Drehbuchautor eines Katastrophenfilms.  Ein Katastrophenfilm? Ja, denn mehr ist es nicht. Denn auch Du weißt nicht, was in den nächsten 5 Minuten passieren wird, oder in der nächsten Minute, Sekunde! Du bist bestimmt schon aus Situationen geflüchtet, weil die Angst übermächtig geworden war. Du hattest Dir nicht mehr vorstellen können das ALLES noch länger ertragen zu können. Genau da liegt das Problem. Du hättest es ertragen.  Du kannst/konntest es nur nicht glauben. Das konträre Denken (die schlechte Zukunft-Prognose) hatte Dir einen Strich durch das tatsächliche Erfahren gemacht. Du hast schon vorher das Weite gesucht, ohne zu es erleben, was wirklich passieren würde. Zugegeben, dass ist in einer absoluten "Panik-Situation" alles andere als einfach. Aber wer behauptet schon, dass es einfach ist. Die meisten fahren ihre eigens entwickelten "Abwehr-Mechanismen" hoch. Sie wollen der Situation möglichst schnell entfliehen. Es gibt unendlich viele Anleitungen "gegen die aufkommende" Panik anzugehen. Aber funktioniert das? Gekämpft habe ich persönlich immer. Wie ein Raubtier, aber geholfen hatte es nicht.. Erst als ich das Kämpfen aufgab, war das erlösend. Da gibt es ein eindrucksvolles YouTube Video. Stelle Dir dabei vor die Fliegen sind Deine Ängste. 
  • Denkkreisel - Schon morgens ist der erste Gedanke "Angst, Panik" und abends ist es Dein letzter. Dein Tag zentriert sich auf das Befinden, die Angst. Du passt Dein Leben auf alles an. Wird es ein guter Tag - wird es ein schlechter Tag? - Mit diesem Hin und Her und eintönigen Klagen wird es auch für das Umfeld schwierig. Gestehe Dir ein, dass Du an diesem Thema festhängst,  es Dich unentwegt beschäftigt und Du ständig in Dir horchst. Dabei gehen Dir viele Momente verloren, die neben Dir stattfinden. Du erlebst sie nur am "Rande". Du hockst in Deiner Welt, der Angst. Das ist schade. Anstatt bibbernd an der Kasse im Supermarkt zu stehen (Wie lange dauert das noch? Mir wird schon wieder komisch! Was sollen die Leute denken, wenn ich jetzt hier durchdrehe, umkippe?) könntest Du auch einfach einmal die Situation erfassen. Was siehst Du? Was hörst Du? Schau Dir alles genau an. Verlasse mit Deinen Gedanken Deine Innenwelt und erfahre die Außenwelt. Das läuft nämlich bei einer Angststörung gewaltig schief. Stelle Dir das so vor: Eine alte Vinyl-Schalplatte die an einer Stelle festhängt und immer wieder das gleiche Stück eines Songs abspielt. So in etwa ist es bei dir im Kopf, wenn sich alles um die Angst dreht. 

TEIL3  folgt 

 

 

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Ein schwieriger Fall - Keiner versteht mich

Mit einer Panikattacke begann es. Scheinbar aus dem Nichts krallten sich schmerzhaft Fingernägel in ihren Nacken. Der Tag X änderte alles in ihrem Leben. Von jetzt auf gleich. 

 

So beschreiben es viele Betroffene. Die erste Panikattacke, die auch als Todesangst beschrieben wird, hinterlässt Spuren und ist oftmals der Startschuss in ein "anderes" Leben. Wenn sie nicht frühzeitig diagnostiziert wird, manifestiert sie sich. Eine Angststörung kann zum kompletten Rückzug aus dem sozialen Leben führen. 

 

Für Angststörungen gibt es ein vielfältiges Therapieangebot. Viele Patienten landen nach einer Diagnostik durch Hausarzt/Facharzt bei einem Therapeuten. Angststörungen werden immer noch nicht gleich erkannt, wobei eine wichtige Rolle dabei spielt, dass die Patienten oft Schmerzen, Schlafstörungen oder andere somatische Störungen beschreiben. Das die Angst das Leitsymptom ist, wird oftmals nicht vom Patienten beschrieben oder gar erfasst. Daher ist eine genaue Diagnostik wichtig. Sehr häufig wird eine kombinierte Therapie angeboten. (Psychotherapie und Pharmakotherapie). Erfahrungsgemäß hat die kognitive Verhaltenstherapie (Expositionstraining/Konfrontationstherapie) Effizienz.  Die Therapieplätze sind allerdings rar - viele Betroffene erleben lange Wartezeiten und nicht in jedem Fall verläuft sie positiv. 

 

Warum gilt die kognitive Verhaltenstherapie (Expositionstraining/Konfrontationstherapie) als Therapie der 1. Wahl bei Angststörungen? Bei dieser Form einer Angsttherapie begibt sich der Betroffene bewusst in die Situation, die er aus Angst vermieden hat.  Er wird angeleitet sich der Angst zu stellen und er erlebt, dass er damit "umgehen" kann und keine reale Gefahr besteht. Es wird gewünscht, dass der Betroffene seine körperlichen Symptome, die er als gefährlich und unüberwindbar beschreibt, doch aushalten kann und sogar erleben wird, wie sie von ganz alleine wieder abebben werden. Offenbar verzeichnet diese Therapieform eine hohe Erfolgsquote, wird aber auch als extrem anstrengend beschrieben. Sich seiner Angst zu stellen und nicht zu flüchten kostet Überwindung. Es mag durchaus sein, dass bei einigen Patienten diese Therapie zu einer deutlichen Verbesserung oder einer besseren Stabilität führt. Ich lese aber auch immer wieder von Rückfällen oder gescheiterten Therapien und Misserfolgen. 

 

Gerade Betroffene, die schon viele Jahre unter einer Angststörung leiden, sind offenbar sehr schwer zu therapieren und werden oft zum "hoffnungslosen" Fall degradiert. Für einige dieser Fälle fehlt ein passendes Therapieangebot, denn für manche Patienten ist es unvorstellbar überhaupt das Haus zu verlassen. Es ist unglaublich schwierig für diese Menschen Hilfe zu finden. Für schwere Fälle gibt es die Möglichkeit einer "aufsuchenden Therapie". Das kann ein Anfang sein, denn so kann die Therapie von zu Hause aus erfolgen. 

 

Persönlich sehe ich die kognitive Verhaltenstherapie auch durchaus kritisch. Früher warf man dieser Therapieform oft vor, dass sie lediglich die "Symptome" bekämpfen würde und nicht ihre Ursache(n). Hier wurde die Strategie bereits verändert.  Eine wichtige Erkenntnis war, dass die kognitive Verhaltenstherapie durchaus den Betroffenen durch "ausgestandene"  Expositionen wieder "Mut" vermittelt sich wieder aktiver Situationen auszusetzen, die er zuvor vermieden hat. Allerdings verbleibt auch bei einer kognitiven Verhaltenstherapie weiterhin "Ehrfurcht" vor einer Panikattacke. 

 

Der gesamte Entstehungsprozess einer Angststörung fällt oftmals aus dem Raster und wird den Betroffenen viel zu wenig in seiner Therapie erläutert. . Dabei ist das sehr wesentlich für den Betroffenen. Viele glauben felsenfest, dass die Angst "sie knallhart überkommt". Sie würden schwören, dass es so sei. Ein ständiger Ringtanz zwischen Denken und Fühlen entsteht so. Es wird auch ständig angenommen, dass nur "gekämpft" werden müsse. Es werden "Entspannungstechniken" oder "Ablenkungsmanöver" eingetrichtert und die "empfunden Angst" einer Zahlenskala zugeordnet.  Das kann alles ein wenig lindern, aber dennoch bleibt die Angst so weiterhin mit im Alltagsboot sitzen. Einige schaffen es ihr Berufs- Alltags und Familienleben irgendwie zu arrangieren. Manchmal geht es über eine längere Zeit gut - manchmal auch nicht. Zu häufig führt auch diese Therapieform nicht zum angestrebten Erfolg.

 

- Teil 2 folgt - 

 

 

 

 

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Kein Therapieerfolg? Was nun.. ?

Betroffene berichten sehr häufig davon. "Ich habe eine Therapie gemacht und dennoch stehe ich wieder am Anfang". Verbunden ist diese Erkenntnis oft mit dem Gefühl ein Versager zu sein.. Mit großer Hoffnung, Elan und dem festen Willen sei man in die rettende Therapie gestartet. Anfangs hatten sich zwar kleinere und auch größere Fortschritte gezeigt, aber "aktuell sei die Angst schlimmer als je zuvor". Schnell wird die Frage nach dem Warum formuliert, verzweifelt überlegt welche Ursachen hier der Dompteur seien. 

 

Fast alle Betroffenen einer Angststörung/Panikstörung erleben genau dieses. Durch eine Therapie geht es ihnen eine Zeitlang wieder etwas besser oder auch richtig gut - bei einigen scheitert von Anfang an die Therapie und sie kommen keinen Schritt weiter. Viele verweigern irgendwann weitere Versuche einer Therapie und halten sich im Internet auf, immer wie Sherlock Holmes auf der Suche nach der alternativen "Lösung".

 

Im Internet wird viel versprochen und vermutlich auch auf die Verzweiflung "gesetzt". Schließlich lässt sich damit gut verdienen. Es gibt eine Litanei von Büchern, die versprechen: "In X-Tagen ohne Angst". Die Betroffenen werden niemals müde und finden garantiert jedes YouTube Video, was sich mit "ihrer Problematik" auseinandersetzt. In den letzten nahezu neun Jahren - seit Beginn meiner Facebook-Seite, die sich an Betroffene richtet, kann ich beobachten wie viele "Betroffene" sich von einem Angebot zum nächsten hangeln oder wie sie von einer "Gruppe" in die nächste wandern.  Stets auf der Suche nach "Austausch", Hilfe und der Rettung. Manchmal ist ihr Ehrgeiz und ihre Motivation einzigartig, bewundernswert. Diese verzweifelte Suche zeigt jedoch auch wie groß ihr Leidensdruck ist. Bei vielen Betroffenen, die über viele Jahre an Angst und Panikattacken/generalisierter Angststörung leiden führt diese Störung zusätzlich zu einer Abgrenzung aus dem gesellschaftlichen, sozialen Leben sowie zu finanziellen Schwierigkeiten. Viele landen beim "Jobcenter". Dort beginnt ein weiteres Spießrutenlaufen. Mir sind einige Fälle bekannt, die seit Jahren von Gutachter zu Gutachter geschickt werden. Nennen wir sie "Janine" aus einer großen Stadt in Deutschland. In den letzten 3 Jahren wurde "Janine"  bereits zweimal zum Gutachter (EU-Rente) und dreimal zu einem Gutachter vom Jobcenter geschickt. Für die Betroffene jedes Mal eine große Belastung, denn auch so verbleibt ihre Zukunft unklar. Das zeigt deutlich auf, dass "psychische Erkrankungen" ein wichtiges und sehr ernstes Thema ist, dass nicht in Vergessenheit geraten sollte. 

 

Dennoch ist es nie zu spät. "Time for Change". Nicht jede Therapie führt gleich zum Erfolg. Häufig sind mehrere Anläufe von Nöten. Auch wenn es nicht so aussieht, ist es gelegentlich ein längerer Weg, um ans Ziel zu kommen. Jede Motivation etwas gegen die Störung zu unternehmen ist garantiert nicht falsch. Es gibt auch leider kein "Rezept" wie der Weg zu gehen sein muss. Es gibt vermutlich ganz viele, sehr unterschiedliche Wege, die zum Ziel der Besserung oder Auflösung der Störung führen werden. Aufgeben sollte nie die Lösung sein oder die Idee sich mit seinen Ängsten abzufinden. Viele "nehmen" die Angst auch einfach mit durch ihren Alltag und tragen sie immer auf den Schultern. Vielleicht leben einige Menschen sogar einigermaßen zufrieden damit. Das entscheidet ja jeder Betroffene selbst. Die allermeisten werden tätig, wenn es ihnen wirklich sehr schlecht geht.  Häufig übernehmen Partner die Rolle das Alltagsleben zu bewältigen. Sie werden zum Ernährer der Familie, zum Chauffeur, zum Einkäufer,... und stärken aus Liebe zum Partner unbewusst das Gewicht der Angststörung. und schmälern die Motivation einen weiteren Therapieversuch anzustreben. Sehr viele Therapien beinhalten die Suche nach den Ursachen der Angst. Es kann angesprochen werden, aber es sollte nicht zentral therapiebestimmend sein. 

 

Es ist verständlich, dass "Rückfälle" situationsverschlimmernd wirken und das die Motivation weniger wird,. Aber ist ein Leben mit täglicher Angst und der "inneren, kontrollierenden" Bewachung einfacher oder besser`? 

 

 

„Ein Leben mit absoluter Sicherheit – ohne jedes Risiko – ist eine Fantasie  - lebendig zu sein bedeutet Risiko.“ So die französische Risikoforscherin und Philosophin Anne Dufourmantelle

 

https://ze.tt/zwei-junge-frauen-erzaehlen-von-ihrem-weg-aus-der-angst/

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Anleitungen sind ...

Es gibt unzählige Anleitungen, Programme, Techniken… Sie werden fast täglich neu erfunden, mit neuen Begriffen geschmückt und versprechen viel. Aber halten sie das auch?

 

Was habe ich nicht alles in den Jahren gesucht, unternommen und entdeckt. Zugegeben war ich natürlich im Nachteil, denn bei mir gab es noch keine virtuelle "Helpline" oder "Google-Pfade", die stetig neue Informationen preisgeben würden, welches "Rezept" gegen Panikattacken endlich helfen wird. Das Internet war damals noch ein ungeborenes Kind. 

 

Es gibt unzählige "Programme", "Techniken" oder auch "Anleitungen". Viele rasen ehrgeizig und scheinbar niemals ermüdend von einem "Pfad" zum anderen. Jedes "Novum" in der großen Welt der Agoraphobie und Panikattacken wird von den oftmals langjährigen Anhängern "ge-hpyed" oder als "Tipp" weitergegeben. Dabei treten dennoch sehr viele weiter auf der Stelle. Es ist jedes Mal ein grausames Spiel mit Hoffnung und Leid. Bei manchen Menschen geht es auch um die Existenz, denn manche "neue Therapien" erfordern einen tiefen Griff in den Geldbeutet. Mit der "Psyche" wird gut verdient. Ich muss zugeben, dass auch ich damals so einigen "komischen Wegen" gefolgt war, die ich aus Verzweiflung auf den "medialen" Pfaden gefunden hatte. Da wurde schon einmal ein Bericht im TV gezeigt oder in einer "Frauenzeitschrift" über Panikattacken berichtet. Oft gab es "Erfolgsfälle", bei denen gleich die Adresse stand, an die man sich wenden konnte, um auch zum Held zu werden. Einige Male bin ich bei skurrilen Menschen gelandet. Meine Eltern haben eine Summe dafür bezahlt, für diese man sich einen nagelneuen, mittelklassigen PKW hätte kaufen können und dennoch saß ich immer wieder danach tief betroffen und enttäuscht in den vier Wänden und starrte verzweifelt aus dem Fenster. "Wieder nicht geklappt", war das Fazit gewesen. Der "Erdstrahlenjäger", die "Blutuntersuchungen auf Giftstoffe", die Homöopathischen Mittel, das "Denkprogramm", die Spezial-Ernährung … ich könnte tatsächlich Bände scheiben. Immer wieder lief ich los und prallte gegen die Wand. 

 

Tatsächlich weiß ich nicht, ob irgendein Betroffener schon einmal aus einem dieser "ungewöhnlichen" Programme geheilt werden konnte. Manchmal geht es eine Zeit recht gut - manchmal trägt die Hoffnung und die Euphorie den Angstpatienten fast an die Ziellinie. Aber können wir das? Können wir unseren Geist belügen? Machen wir das nicht, wenn wir durch "Techniken" denken wir wären der Held über unsere Gedanken und Gefühle? Sind wir in der Lage uns zu widersetzen, wenn die Gedanken ständig in der Zukunft hängen und wie ein Dauer-Check-up den Körper im Auge behalten, wenn sich der Blick nicht mehr der Realität zuwenden kann? 

 

Gibt es tatsächlich Mittel, die diese quälende Angst vor der Angst eindämmen? Zähle ich bis zehn - wenn es kribbelt. Schiebe ich positive Gedanken vor dem Gedanken-Inferno? Sage ich laut Stopp oder werfe die blauen Pillen ein?  - Ich wünsche es jedem, der es - egal auf welchem Weg -  schafft. Aber bei mir hatte das alles nicht geklappt. Auch ich war zwischendurch immer wieder voller großer Hoffnung und mit grandiosen Ehrgeiz in jede neue Idee, die mich von der Agoraphobie versprach zu befreien, gestartet. Manchmal gab es Funken von Besserung, aber die Angst in mir war geblieben. Irgendwo war sie immer noch am Flackern gewesen.  Und sie kam auch ganz schnell wieder. Sie pochte ganz sanft wieder an und wurde stets ganz schnell wieder lauter. Du musst schon sehr hart sein, wenn Du diese Torturen erträgst - und Menschen mit einer Agoraphobie können verdammt "tough" sein. Sie wissen nur nicht, dass sie es sind. Sie können es selbst nicht mehr sehen. Viele Ex-Betroffene haben sehr viel durch ihre Störung gelernt und können das zum Vorteil für das weitere Leben nutzen. 

 

Ich bin mir sicher, dass es nicht nur diese eine Behandlung gibt, die greift, aber ich bin mehr als überzeugt davon, dass jede "Besserung" und auch "Heilung" einer Angststörung ganz tief in dem Betroffenen startet. Irgendwann - und das hat sehr viel mit Fühlen und Verstehen zu tun - weniger mit Techniken oder bestimmten Pillen. So versteht der Betroffene die "Mathematik" einer Angst- und Panikstörung vermutlich eines Tages aus ganz unterschiedlichen Beweggründen. So lange die Angst vor der Panikattacke bleibt, liegen immer wieder Felsstücke im Alltag herum und rauben die Freiheit zu leben. So lange der Verstand noch nicht erkannt hat, dass die Gedanken in einer möglichen, dramatischen Zukunft festhängen, wird es nicht besser werden können. So lange sich das Gehirn Grenzen setzt: "Das kann ich dort nicht und jenes schaffe ich hier nicht", wird das nichts werden. Es sitzt in Dir - und Du musst es Dir holen, Dein Leben. Von alleine wird es nicht kommen. Da kannst Du lange warten. Es gibt keine Taste, keine Anleitungen, die Dir das alles abnimmt. Aber wenn Du es wagst nicht mehr in Grenzen zu denken, wirst Du frei werden. Die Angst wird von Dir abfallen. Denn wenn Du Dir keine Gedanken und Sorgen mehr machst, was alles passieren könnte, kann keine Angst entstehen. Sie braucht dieses "Prognosen-Futter" von Dir. Und wenn Du ganz ehrlich bist: Kennst Du die Zukunft? Weißt Du was in fünf Minuten passieren wird`?  - Warte einfach ab und schau es Dir an! 

 

 

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Fairer Umgang - Niemand versteht mich

Hattest Du schon einmal das Gefühl, dass Dich niemand versteht? Keiner, der sich vorstellen kann, wie schlimm es für Dich ist mit irrationalen Ängsten zu leben?  Wenn ein Dominostein erst einmal gefallen ist… kann alles einstürzen! 

 

Niemand versteht mich! Keiner kann sich vorstellen, der diese Ängste nicht kennt, wie furchtbar es ist und wie schwierig. Alle anderen können leicht reden. Sie würden es auch nicht machen. 

 

Sind Dir diese Gedanken vielleicht auch vertraut? Vielleicht schon selbst erlebt? -  Sie entstehen oftmals in Situationen, wenn z.B. eine Familienplanung (Ausflug, Urlaub, Vorhaben) durch die Angst vor der Angst kurz vor Start "ge-cancelled" werden musste. Nicht selten entstehen dann im privaten Bereich die hitzigsten Streitgespräche und enden in emotionale Dispute. 

 

Da ist der Betroffene, der gegen seine Ängste "kämpft" und nicht weiß, ob er das Vorhaben machen soll oder nicht! Die Angst schreit ganz laut: "Mach´ es nicht! Das schaffst Du nie!" - Die eigene Stimmte mischt natürlich mit und signalisiert mit Verstand. "Du weißt es ist nur Angst und Du schaffst es!. Der komplette innere Konflikt trifft auf Bekannte, Freunde und Familie, die mit dem ganzen Hin und Her ebenfalls überfordert sind. Zu häufig haben sie sich schon zurückgenommen - aus Verständnis, denn dem Menschen, der einem etwas bedeutet - Ja, dem geht es ja offenkundig schlecht. Dieser Mensch hat auch beim letzten Mal so beteuert, dass er sich beim nächsten Mal mehr zusammenreißen werde. Dem habe er Vertrauen geschenkt und große Hoffnung entwickelt.

 

Schließlich hat der seine Angststörung. Dennoch nicht immer kann man "zurückstecken" und nicht immer kann man mit Enttäuschungen umgehen, denn auch der Nichtbetroffene weiß ja, dass es sich nur um "Angstbilder im Kopf" handelt, die nicht einfacher werden, wenn Situationen/Unternehmungen vermieden werden. - Und so landen die betroffenen Personen oftmals in einem längeren Disput und stoßen oft auch auf Grenzen. Das kostet gewaltig Nerven.

 

Der Betroffene einer Angststörung beklagt sich über ein Unverständnis, eine ungerechte Behandlung und zieht sich oftmals mit Frust und Tränen zurück.. Der Mitbetroffene versteht dann die Welt nicht mehr und spürt auch, dass er auf Grenzen stoßt, wenn er es einfach nicht mehr schafft sich ebenfalls den Ängsten des geliebten Menschen zu beugen. Das kann zu vertrackten Situationen führen und wenn es um Partnerschaften geht auch noch zusätzliche Krisen bis zur Trennungen führen. 

 

1. Du denkst Du redest Chinesisch!

2. Es verletzt Dich, was Dir entgegnet wird. Es wirkt alles unfair!

3. Du versuchst mit Innbrunst Deine inneren Gefühle in Worte zu fassen und bekommst keine Antwort, die Du Dir so sehr wünschst.

4. Du fragst Dich dann erneut, warum Du nicht verstanden wirst und scheinst vom anderen Planeten zu kommen! 

5. Kein andere weiß wie schlecht es Dir geht. 

 

Ein erster Ansatz, um aus diesem Gedankenwust wieder herauskommen zu können, ist Dir erst einmal zu sagen, dass Dein Gegenüber einfach anders ist als Du und eine differenzierte Erfahrungs- und Erlebniswelt als Du besitzt. Akzeptanz ist ein ganz wesentlicher Punkt und trägt dazu bei,  dass die Atmosphäre entspannt wird und nicht einer von Euch  in die Angespannte und der andere in die Verteidigungshaltung fällt. Gut ist auch Fragen zu stellen. Frage einfach nach, warum Dein Gegenüber die andere Meinung vertritt oder Deine Angst nicht versteht. Versuche auch in Worte zu fassen, wie Du die Aussagen des Gegenübers empfunden hast., wie diese Worte bei Dir angekommen sind und was diese in Dir ausgelöst haben. Dabei darfst Du auch ruhig Deine körperlichen Empfindungen laut aussprechen - denn so erkennst Du, dass es einfach körperliche Signale auf Emotionen sind, vor denen Du keinerlei Angst haben musst. Worte können ins Herz treffen, die Kehle zu schnüren oder wie ein Faustschlag in den Magen gehen. Worte können Dich schwindelig machen oder den Boden unter den Füßen zurückziehen. Die Chance stehen so hoch, dass der Disput entkräftet wird und Ihr Euch wieder auf eine andere Ebene begegnen könnt. 

 

Was kannst Du sonst noch tun?

Versuche Dich auch einfach einmal in die Rolle Deines Gegenübers zu setzen. Wähle den anderen Blickwinkel. Das ist nicht einfach, aber durchaus möglich. Wie ist es für den anderen, wenn er sich mit großer Freude auf eine Aktivität gefreut hat und immer wieder im letzten Moment Deine Absage erhält? Welche Gefühle löst es in Dir aus, wenn Du an dieser Stelle wärst? Du kannst Dir das auch bildhaft im Kopf vorstellen, dass Ihr Euch gegenüber sitzt - auf 2 Stühlen - und Du immer wieder auf Deinen oder auf den anderen Stuhl setzt. Das macht Dir das alles einfacher auch einmal die Sichtweise des anderen näher bringen zu können. Achte besonders bei dem Wechsel der Stühle auf Deine Gefühle. Versuche zu erforschen, was in Dir genau vorgeht. Du schaust sozusagen mit den Augen des anderen auf Dich und Deinem Verhalten! Das kannst Du üben und im Laufe der Zeit kann es Dir wirklich helfen bei Streitgesprächen besonnener zu werden. 

 

Du erhältst so die Möglichkeit sich in die emotionale Erfahrungswelt des anderen zu platzieren. Du erlebst so den anderen auf seine ganz besondere Weise. Durch den Perspektivwechsel wird es Dir gelingen mehr Verständnis für Dein Gegenüber zu bekommen. Du erhältst hier den Raum zu erkennen, was braucht der andere, um von Dir verstanden zu werden. Lege Deine "Ich-Bezogenheit" etwas ab. Denn wenn Dein Gegenüber emotional berührbar wird, dann kann er auch Dich berühren und besser verstehen. 

 

Besonders, wenn Deine Gedanken nur noch um die Angst kreisen und Du nur noch damit beschäftigst bist in dir hineinzuhorchen, kann Dir dieser Positionswechsel helfen, sich aus dem "Gedankenkreislauf" selbst zu lösen und wieder mehr in das tatsächliche Geschehen zu gelangen.

 

Denn wenn Du "Angst" oder gar ein "Panikattacke" erlebst, klinkst Du Dich oftmals aus dem realen Geschehen komplett aus und schaust nur noch in Dich hinein. Du überwachst die körperlichen Symptome und erlebst Emotionen. Alles bringt Dich in Rage. Deine Gedanken werden vermutlich dann zumeist in die Zukunft wandern und sämtliche "Das könnte geschehen-Szenarien" entwickeln. Willkommen zur noch größeren Panik. Wie Du siehst, sitzt Du am Lenkrad und steuerst die Gedanken. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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